Und es kam alles ganz anders

Ende Februar kam eine Info in die Ibbenbürener Pflegestelle, dass im Tierheim Neuenkirchen bei Rheine eine Fundhenne mit Handicaps sitzt.

Sofort wurde Kontakt aufgenommen und es hieß, Nike sei im Dezember 2019 draußen aufgegriffen worden und zeige eine ausgeprägte Kopfschiefhaltung. Sie würde von einer Tierpflegerin betreut und sei dort unauffällig und gut drauf.
Ein paar Tage später kam sie dann in die Pflegestelle Ibbenbüren, dort sollte sie ein paar Tage beobachtet und von einem Tierarzt gecheckt werden, um dann weiter in die Pflegestelle Gelsenkirchen zu ziehen.


Die ersten Tage war sie tatsächlich gut drauf, auffällig war aber ihr Kot, sie schied die Körner, die sie gefressen hatte, unverdaut wieder aus. Der Tierarzt stellte dann einen massiven Befall von Megas im Kot fest, und ihre Kopfschiefstellung deutete darauf, hin, dass sie vielleicht irgendwo gegen geflogen ist, während sie draußen war. Ihr Zustand verschlechterte sich, sie schlief sehr viel und verlor Gewicht. So bekam Nike Medikamente, wurde mit Brei zugefüttert und bekam spezielles Futter. Doch alle Mühen brachten keinen Erfolg.
Die Kopfschiefstellung, die erst unauffällig war, wurde ausgeprägter und da sie weiterhin die Körner unverdaut ausschied, wurde sie stationär aufgenommen. Trotz regelmäßiger Breieingabe verlor sie weiter an Gewicht. Es wurde ein Röntgenbild mit Kontrastmittel gemacht und es war schwer zu beurteilen, was genau sie quälte. Es wurde vermutet, dass sie eine Entzündung außerhalb des Magens hatte, zusätzlich die Megas mit einer Magenentleerungsstörung und die Kopfschiefhaltung. Da sich ihr Zustand so rapide verschlechterte und es zudem so schien, als sei sie auf dem linken Auge erblindet und zwischendurch auch nicht richtig orientiert, vermutete der Tierarzt, dass sie sehr wahrscheinlich auch noch einen Hirntumor hatte.

Sie kam wieder in ihr vorläufig neues Zuhause, damit in Ruhe beurteilt werden konnte, ob eine Verbesserung eintritt oder ob ihr Zustand sich weiter verschlechterte. Sie baute in den nächsten Stunden leider immer weiter ab und wurde am nächsten Morgen von ihrem Leiden erlöst.

Liebe Nike, wir können gar nicht in Worte fassen, wie sehr Du uns fehlst, wir haben so sehr zusammen gekämpft und haben uns gewünscht, dass Du es schaffst. Du warst eine tolle Wellidame, so stark und lieb, du hast uns vertraut und wir haben Dich begleiten dürfen. Wir können es nicht fassen, dass Du draußen in der Natur überlebt hast, aber nun gehen musstest. Manchmal ist das Leben nicht fair! Aber Du solltest nicht leiden, Dir ging es nicht gut, das haben wir deutlich gesehen. Du warst so eine liebe Maus, wir sind ganz traurig, dass wir nicht ein einziges Bild von Dir gemacht haben, aber wir haben so intensiv zusammen gekämpft, da haben wir gar nicht daran gedacht, Bilder zu machen. Daher können wir nur ein Bild von dem Käfig zeigen, in dem Du Dich bei uns sicher und geborgen gefühlt hast. Du hast so gerne auf der großen Korkplatte gelegen. Dein Gefieder war in einem zartem hellblau und Dein Köpfchen war weiß. Wir werden dich niemals vergessen, mach es gut, kleine Nike, wir haben dich sehr lieb!

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